
Liebe Leserin, lieber Leser –
„Vielfalt“ und „Sinnenzauber“ könnte man als die zwei Schlagworte unserer aktuellen Ausgabe angeben: eigentlich beides Stärken der Oper, sollte man meinen. Und doch, es hapert. Da ist zum einen das mittlerweile überbeanspruchte, klischeeverdächtige Einheitsbühnenbild, noch immer geschätzt vom Regietheater. Höchste Zeit, dass sich Opernmacher wieder etwas mehr an Glamour und Spektakel orientieren, wie Film und Musical das ganz selbstverständlich tun. Zum anderen sind da die Einheitsstimmen: Sänger und Sängerinnen, die ein möglichst breites Repertoire abdecken – was ihre Marktchancen erhöht, sie aber auch austauschbar klingen lässt. Einer der das nicht getan hat, ist unser Titelkünstler George Petean – nicht einfach ein Bariton, sondern ein profilierter Verdi-Bariton. Eine, die es – bei aller Vielseitigkeit – gerade mit den Details bei Verdi ganz genau nimmt, ist auch die Sopranistin Lidia Fridman, mit der wir ebenfalls ein Interview geführt haben. Und wem dann das Repertoire zu einförmig ist, der wird bei Barrie Kosky fündig: „Uns gehen die Stücke aus!“, behauptet der Regisseur – und bastelt sich neue, als Pasticcio.




