Bildgewaltig und effektreich präsentiert sich Berlioz’ La damnation de Faust an der Oper Graz. Doch im szenischen Trubel geht die Musik phasenweise unter. Was schade ist, denn verstecken müssen sich weder Orchester noch Solisten.
Von Isabella Steppan
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Oper? Chorsinfonie? Oratorium? Wenige Werke der Opernliteratur sind so schwer einzuordnen wie La damnation de Faust von Hector Berlioz. Der Komponist selbst bezeichnete seine Version des Faust-Stoffes als „dramatische Legende“. 1846 uraufgeführt, erzählt Berlioz im Grunde Goethes Faust, legt die Handlung aber sprunghaft an und räumt dem Orchester viel Raum ein. Auch weicht seine Interpretation der Figuren vom Literaturklassiker ab: Sein Faust ist weniger Philosoph in der Midlife-Crisis als gelangweilter Wissenschaftler, dem Mephistopheles mit seinem Angebot eines Abenteuer-Roadtrips gerade recht kommt. Es folgen die üblichen Stationen – Auerbachs Keller, Affäre mit Gretchen und späte Reue –, wobei der Teufel hier endlich einmal den Sieg davon trägt und Fausts Seele in den Abgrund der Hölle ziehen darf. Keine der Szenen ist wirklich psychologisch ausgefeilt, der Fokus liegt mehr auf musikalischen Stimmungen und orchestraler Wucht. Szenische Aufführungen sind deshalb eher rar gesät, die Oper Graz wagte sich zur Saisoneröffnung nun daran und lieferte einen bildgewaltigen Trip in Richtung Fausts Verdammnis.
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