Nicht jedes Remake lohnt
Manche Opern-Ausgrabungen sind allenfalls von musikwissenschaftlichem Interesse. Cesare in Egitto von Geminiano Giacomelli ist so ein Werk, das ohne größere Verluste vom Sand Ägyptens hätte bedeckt bleiben können.
Manche Opern-Ausgrabungen sind allenfalls von musikwissenschaftlichem Interesse. Cesare in Egitto von Geminiano Giacomelli ist so ein Werk, das ohne größere Verluste vom Sand Ägyptens hätte bedeckt bleiben können.
Die Salzburger Festspiele präsentieren erstmals Mieczysław Weinbergs Der Idiot. Die intelligente Regie von Krzysztof Warlikowski, das souveräne Dirigat von Mirga Gražinytė-Tyla und großartige Sänger-Darsteller machen daraus ein echtes Opernerlebnis.
Trotz starker Bilder und detailreicher Personenführung bleibt Valentin Schwarz’ Ring des Nibelungen in Bayreuth ungeliebt. Simone Young, Sänger und Sängerinnen dagegen werden gefeiert.
Mit Tobias Kratzers bewährtem Tannhäuser und Jay Scheibs AR-Parsifal beginnt das Repertoire-Programm der diesjährigen Bayreuther Festspiele. Große Neuerungen hat es dabei nicht gegeben, doch musikalisch punkten beide Aufführungen erneut.
Die Salzburger Festspiele eröffnen die Musikpremieren 2024 konzertant mit Capriccio von Richard Strauss. Christian Thielemann dirigiert sängerfreundlich, detailgenau und fein abgestimmt – aber auch so kontrolliert, dass die Sänger fast zu Rädchen im Getriebe werden.
In Thorleifur Örn Arnarssons Inszenierung starten die Bayreuther Festspiele mit Tristan und Isolde. Das Konzept hat durchaus überzeugende Ansätze, öffnet zaghaft Räume für Dynamik, und doch gibt es Luft nach oben. Musikalisch sieht alles solide aus.
Eigentlich könnte die Freilichtbühne der Opera Leśna von Sopot mit Bayreuth-Akustik punkten. Doch elektronische Verstärkung sorgt dafür, dass eine sonst grundsolide Turandot hier fast durchweg auf Hochdruck läuft.
Nicht unbedingt ein Fall für Barockpuristen oder Anhänger des Regietheaters, aber ein fast ungeteiltes musikalisches Vergnügen ist dieser Ritorno d’Ulisse in patria, den Pierre Audi beim Festival Aix-en-Provence präsentiert.
Das ungesagt, unerkannt Bleibende fordert seinen Tribut in Jetske Mijnssens großbürgerlicher Familienaufstellung von Pelléas et Mélisande. Das ist einerseits schlüssig, andererseits ein wenig schleppend. Was allerdings auch am Dirigenten Hannu Lintu liegt.
So eindringlich Ermonela Jaho die Titelpartie auch gestaltet, so blass und unbeteiligt bleibt Andrea Breths Regie der Madama Butterfly in Aix-en-Provence.
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