Ein Vater, ein Gelübde, ein Würgegriff: Philipp Himmelmanns Lübecker Idomeneo verspricht große Gegenwartsfragen und flüchtet sich in Spiegelwände und Guckfenster. Musikalisch hat der Abend mehr zu bieten als szenisch.
Von Andreas Berger
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Neustart im Dschungel: Unter üppig sprießenden Palmen und Lianen organisiert der griechische Prinz Idamante nach all den Kriegen eine humanistische Gemeinschaft, gibt der Trojaner-Prinzessin Ilia und ihren Mitgefangenen die Freiheit. So weit, so aufgeklärt. Doch der als tot vermeldete Vater Idomeneo kehrt zurück, bringt alte Muster von Götterzorn und Menschenopfer mit. Philipp Himmelmanns Inszenierung von Mozarts Oper Idomeneo, re di Creta am Theater Lübeck erinnert in ihren Barockkostümen an eine Versuchsanordnung von Marivaux. Die modernen Konflikte von Zivilisation und Natur sowie der Generationen, die er laut Programmheft zeigen will, kommen daher nicht in der aktuellen Wucht herüber, die sie in heutigen Zeiten haben könnten.
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