Dresscode: Was trägt man in der Oper?
Allgemeines
Eine bestimmte Kleidervorschrift oder Dresscode für einen Opernbesuch gibt es in der Regel nicht. Da es sich für die meisten Leute um eine festliche Angelegenheit handelt, wird bevorzugt auf eine gewählte Kleidung zurückgegriffen. Allerdings ist der Smoking für die Herren oder das mondäne Abendkleid für die Dame kein Standard mehr: Besucher in Jeans und Sneakers sind in einigen Opernhäusern in Deutschland mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme. Denn eine verpflichtende Kleidungsvorschrift, wie sie etwa mancherorts im Casino gilt, gibt es in der modernen Oper kaum noch.
Eine promiente Ausnahme bildet das Mailänder Teatro alla Scala. Mit der Bitte „eine Kleidung zu wählen, die dem Anstand des Theaters entspricht und die das Theater selbst und die anderen Zuschauer respektiert“, verbietet das Opernhaus seit Sommer 2025 das Tragen von kurzen Hosen, Flip-Flops und Tanktops und verwehrt Zuschauern mit entsprechenden Kleidungsstücken den Zugang.
Ansonsten herrscht in heutigen Theatern angesichts eines verjüngten Publikums eine durchaus lockerere Kleiderordnung. Eleganz ist aber immer noch angesagt. Viele Opernhäuser geben Kleidungsempfehlungen auf ihrer Website an. Reist man beispielsweise zu einer Premiere bei den Salzburger Festspielen, wird man in Freizeitkleidung mutmaßlich strafende Blicke ernten. Andererseits können Kleidungsgegenstände wie Frack oder Smoking an anderen Häusern schnell aus der Zeit gefallen wirken. Wenn man unsicher ist, empfiehlt es sich, sich vorab über den „Stil“ des Hauses, das man besuchen möchte, zu informieren (Beispiele finden sich hier für die Bayerische Staatsoper, die Berliner Staatsoper und das Royal Opera House in London). Für die meisten Menschen ist ein Opernbesuch allerdings ein Anlass, bei dem sie sich edel und stilvoll präsentieren möchten.
Dresscode Damen
Frauen haben bei einem Opernbesuch eine größere Spannbreite für den Dresscode als Männer. So bietet sich etwa die klassische Kombination aus einem mindestens knielangen Rock oder einer Anzughose oder mit einer Bluse und einem gutsitzenden Blazer an. Im Sommer kann auch ein festlicher Jumpsuit die geeignete Wahl für ein Opern-Outfit sein. Doch dürfen Damen in der Oper auch richtig auffahren, etwa mit einem spektakulären Abendkleid. Cocktailkleider können ebenfalls passend sein, wenn sie nicht zu kurz ausfallen. Im südlichen Deutschland ist es zudem verbreitet, in trachteninspirierter Kleidung wie Dirndlkleidern zu erscheinen. Was Schuhe angeht, können Frauen mit den klassischen, gerne schwarzen Pumps in der Oper nichts falsch machen. Die Handtasche sollte farblich zu den Schuhen passen. Eine Hochsteckfrisur und wenige, aber besondere und gerne auch auffallende Schmuckstücke runden das Outfit ab. Für das Make-up gilt sind dezente Farben, die den Teint unterstreichen, eine gute Wahl.
So genannte No-Gos sind tiefe Ausschnitte, durchsichtige Bluse, Trägertop, ausgewaschene oder zerfranste Jeans, Cowboystiefel, Flipflops, Netzstrümpfe sowie Kniestiefel. Doch auch hier kommt es, wie stets, auf den Kontext an.
Dresscode Herren
Hemd, Stoffhose, elegante, glänzende Schuhe und ein zu den Schuhen passender Gürtel: So könnten sich Männer kleiden, die in der Oper nicht auffallen wollen. Ebenfalls gut geeignet ist der klassische Anzug, der sich auch mit weißen Sneakern kombiniert lässt statt mit feinem Schuhwerk.
Apropos Anzug: Hierbei kann es sich auch um einen festlichen Anzug in dezenten Farben handeln, der sich vom Business-Look deutlich abgrenzt. Das Hemd unter dem dunklen Anzug sollte weiß sein, Manschettenknöpfe sind dazu eine Option, ebenso darf am Handgelenk eine luxuriöse Uhr glitzern. Eine Krawatte rundet das Opern-Outfit ab. Die noch elegantere Variante ist der Smoking, klassisch kombiniert mit weißem Hemd mit Kläppchenkragen, Kummerbund statt Gürtel und Fliege statt Krawatte.
Zu den No-Gos für Männer zählen Jogginghose bzw. -anzug, Lederhose, Cordhose, ausgewaschene oder zerfranste Jeans, Stoffhose mit Karomuster, Hawaiihemd, Sandalen und weiße Tennissocken.









