Wieso, weshalb, warum? Schön anzusehen ist dieser Ballo in maschera an der Semperoper in jedem Fall, aber Absichten, Begehren, Konflikte der Figuren bleiben unterbelichtet. Und auch das Zusammenspiel zwischen Bühne und Graben will nicht recht funktionieren.
Von Uwe Friedrich
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Oper ist, wenn sich die Liebenden am Souffleurkasten treffen, Händchen halten und frontal in den prunkvollen Saal der Dresdner Semperoper singen. Das reicht der inszenierenden Sopranistin Angela Denoke offenbar, um Verdis Un ballo in maschera auf die Bühne zu bringen. Dass die Musik vom vorsichtigen Herantasten, vom Umkreisen und dem brennenden Liebesgeständnis von Riccardo und Amelia erzählt, schließlich auch von ungezügeltem sexuellem Begehren, all das versickert im braven Händchenhalten. An dieser Szene zeigt sich deutlich, dass Denoke keinen Deutungsansatz für diese Geschichte von Liebe, Eifersucht und Verrat hat.
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