• Anmelden
  • Registrieren
Newsletter Stellenmarkt
OPER!
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

  • Home
  • Menschen
    • Interviews
    • Porträts
    • Die letzten Fragen
    • Was macht eigentlich…
  • Themen
    • Editorials
    • Nahaufnahme
    • Schwerpunkt
    • Wissen
  • Kritiken
    • Aufführungen international
    • Album des Monats
    • CDs, DVDs, Bücher
  • Aktuelle AusgabeNEU
  • News
  • Termine
    • Spielpläne international
    • TV, Radio, Internet, Kino
    • Namen & Termine
    • Sängertipps
    • Premierentipps
  • OPER! AWARDS
Shop | Abo
  • Home
  • Menschen
    • Interviews
    • Porträts
    • Die letzten Fragen
    • Was macht eigentlich…
  • Themen
    • Editorials
    • Nahaufnahme
    • Schwerpunkt
    • Wissen
  • Kritiken
    • Aufführungen international
    • Album des Monats
    • CDs, DVDs, Bücher
  • Aktuelle AusgabeNEU
  • News
  • Termine
    • Spielpläne international
    • TV, Radio, Internet, Kino
    • Namen & Termine
    • Sängertipps
    • Premierentipps
  • OPER! AWARDS
Shop | Abo
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
OPER!
Home Editorials

Dezember 2021

Von Ulrich Ruhnke
23. März 2022
in Editorials
Lesedauer: 3 mins read
A A

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

Erinnert sich noch jemand an den Vorfall 2012, bei dem der Politiker Rainer Brüderle gegenüber der Journalis­tin Laura Himmelreich bei einem Gespräch an der Bar mit Blick auf ihren Busen bemerkt haben soll, sie könne ein Dirndl auch ausfüllen? Der Vorfall, von dem Himmelreich erstmals ein Jahr später in einem Porträt über Brüderle öffentlich berichtete, entfachte eine große, auch vorurteilsbeladene Diskussion darüber, inwiefern – so wurde unterstellt: „dauererotisierte“ – Männer sich sexistisch gegenüber Frauen äußern und verhalten.

Ganz anders ist der Vorfall, der sich nun am Staatstheater Nürnberg zugetragen hat, und doch fühlt man sich an den Fall Brüderle erinnert. Denn hier wie dort geht es um das Überschreiten einer roten Linie, die so schwer zu definieren ist. Bei Brüderle lag sie zwischen einem Kompliment und einer Anzüglichkeit. Bei Peter Konwitschny, um den es in der Nürn­berger Angelegenheit geht, liegt sie zwischen Unüberlegtheit und verinnerlichten Klischees, die offensichtlich noch nicht ausreichend auf ihren rassistischen Unterton und ihr darin liegendes Verletzungspotenzial überdacht worden sind. Doch was war geschehen?

Nach Schilderungen des 76-jährigen Regis­seurs arbeitete dieser während der Endproben zu Verdis Troubadour mit Solisten und Chor an einer Szene, in der Nonnen schockiert sein sollen, weil sie mit einer Waffe bedroht wer­den. Als eine der Sängerinnen sich aus Angst vor der Pistole ganz abwendet, geht Konwit­schny dazwischen und erklärt ihr: „Frau M., das ist anders, wenn man in so einer Horror­situation ist, dann will der Körper weg, aber der Blick bleibt haften, den kriegt man nicht weg.“ Anschließend fügt er noch hinzu: „Das ist wie in Afrika, wenn Ihnen ein Löwe entge­genkommt, dann können Sie auch nicht weg­gucken“. Das entscheidende Detail hierbei: Frau M. ist schwarz.

Gegenüber Konwitschny hat sich die Sän­gerin nicht über die Äußerung beschwert, sehr wohl aber gegenüber der Intendanz, die daraufhin dem Regisseur vorwarf, sich in „rassistisch diskriminierender Weise“ ver­halten zu haben. Konwitschny ist verärgert, dass die Sängerin ihn nicht selbst anspricht, entschuldigt sich dennoch bei ihr, aber nicht für Vorsätzlichkeit, denn die hätte es nicht gegeben. Die Kommunikation geht hin und her und über Bande und plötzlich stehen alle vor einem Scherbenhaufen. Das Staatstheater Nürnberg, das wohl eine explosive öffentliche Diskussion fürchtet, die nicht mehr einzufan­gen ist, will die Sache so schnell wie möglich loswerden und lässt Konwitschny den Aufhe­bungsvertrag zukommen – rund zwei Wochen vor der Premiere. Doch handelt es damit soli­darisch mit der Sängerin und im Sinne der Sache, um die es hier ganz eigentlich geht? Oder agiert es vor allem aus Angst vor öffent­lichem Imageschaden?

In einem Interview schilderte einmal ein schwarzer Sänger, dass er bei den Sicher­heitskontrollen am Flughafen regelmäßig herausgenommen und intensiver durchsucht würde. Seine persönliche Begründung hier­für lautete, dass das Sicherheitspersonal die Intensiv-Kontrollen auch stichprobenartig mache und wenn dann ein Schwarzer kommt, es bewusst oder unbewusst daran „erinnert“ wird, mal wieder genauer hinzuschauen. All­tagsrassismus auf der Grundlage verfestigter Vorurteile! Erst im Juni dieses Jahres beklagte die südafrikanische Sopranistin Pretty Yende ein ähnliches Erlebnis am Flughafen Paris.

Die rote Linie ist schwer auszumachen, auch wo Vorsätzlichkeit anfängt und besten­falls fehlende Reflektion des Themas ebenso schuldhaft ist wie unterstellter Rassismus (die Verbindung zwischen ihr und Afrika stellt zunächst einmal die Sängerin selbst her, ebenso wie die negative Konnotation). Doch eines ist sehr klar: Angst und vorauseilender Gehorsam gegenüber einem befürchteten öffentlichen Urteil dürfen nicht die Diskus­sion und Auseinandersetzung mit dem Thema verhindern. Was ist gewonnen mit dem Raus­schmiss von Konwitschny? Nichts. Und sind es nicht gerade die Theater, die immer nach Dialog rufen und sich gegen Cancel Culture stellen? Hier hat sich das Staatstheater Nürn­berg sicher ebenso wenig mit Ruhm bekleckert wie Peter Konwitschny mit seiner unüberleg­ten Äußerung.

Nicht nur aktuell, auch in der vergange­nen Spielzeit war nicht alles nur zur Freude – weder hinter noch auf der Bühne. Die OPER! AWARDS haben in diesem Jahr auf den Wett­bewerb und die Preisverleihung verzichtet, denn der Bewertungszeitraum, die Spielzeit 2020/21, hat so gut wie nicht stattgefunden. Bestenfalls als Streams, doch die sind keine Bewertungsgrundlage. In zwei Gesprächsrun­den, erweitert durch Gäste, hat die Jury die vergangenen Monate kritisch Revue passie­ren lassen und einen Ausblick gewagt. Über manch Positives ist hier ebenfalls zu berich­ten. Doch lesen Sie selbst darüber in der vor­liegenden Ausgabe und werfen Sie vielleicht auch einen Blick auf unsere Nahaufnahme zur Produktion der Oper Die Nacht vor Weih­nachten von Rimski-Korsakow an der Oper Frankfurt. Nicht nur das Opernschaffen dieses Komponisten sollte deutlich mehr Beachtung auf den Bühnen finden. Auch Camille Saint- Saëns, der am 16. Dezember vor 100 Jahren gestorben ist, hat mehr zu bieten als Samson et Dalila, doch erst langsam werden seine Büh­nenwerke wiederentdeckt. In unserer Rubrik „Multimedial“ finden Sie die wichtigsten für Dezember geplanten Sendungen und Beiträge zum Komponisten.

 

Herzlich

Ihr

Ulrich Ruhnke

 

 

teilenTweetsendensenden

ÄhnlicheBeiträge

Juli / August 2026

Editorial
Von Ulrich Ruhnke
25. Juni 2026

Die Oper Köln eröffnet nach ihrer Sanierung mit elf Jahren Verspätung endlich wieder, die Deutsche Oper am Rhein verzichtet –...

Mai / Juni 2026

Editorial
Von Ulrich Ruhnke
27. April 2026

„Vielfalt“ und „Sinnenzauber“ könnte man als die zwei Schlagworte unserer aktuellen Ausgabe angeben: weg vom überbeanspruchten, mittlerweile klischeegefährdeten Einheitsbühnenbild; und...

März / April 2026

Editorial
Von Ulrich Ruhnke
25. Februar 2026

Die Konvention von heute ist die Avant­garde von gestern – und das Pendel, so scheint's, schwingt gerade wieder zurück: weg...

Januar / Februar 2026

Editorial
Von Ulrich Ruhnke
21. Dezember 2025

Dass Oper oft als museal wahrgenommen wird, liegt nicht – wie in unse­rem Themenbeitrag ausgeführt – daran, dass Inszenierun­gen zu...

November / Dezember 2025

Editorial
Von Ulrich Ruhnke
28. Oktober 2025

Ungewohntes an der Deutschen Oper Berlin, wo man statt eines neuen GMDs ein Dirigenten-Team anheuert. Ungewohntes auch im szenischen Opernbetrieb:...

September / Oktober 2025

Editorial
Von Ulrich Ruhnke
27. August 2025

Musiktheater müssen die Leute ins Haus bringen, heute umso mehr, da der gesellschaftliche Rechtfertigungsdruck groß ist. Wie sich die Leute...

  • Kontakt
  • FAQ: Häufige Fragen
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Allgemeine Nutzungs- und Geschäftsbedingungen
  • Widerrufsrecht für Verbraucher
  • Verpackungs- und Versandkosten
Vertrag widerrufen
Mit der OPER! App haben Sie die gesamte Welt der Oper in der Tasche.

Copyright © 2026 OPER Medien GmbH & Co. KG. Alle Rechte vorbehalten.

Willkommen zurück!

Loggen Sie sich unten in Ihr Konto ein

Passwort vergessen? Registrieren

Neues Benutzerkonto erstellen

Füllen Sie das Formular aus, um sich zu registrieren

Alle Felder sind erforderlich. Anmelden

Passwort wiederherstellen

Bitte geben Sie Ihren Benutzernamen oder Ihre E-Mail-Adresse ein, um Ihr Passwort zurückzusetzen.

Anmelden

DSGVO-Erklärung

Für den Versand unserer Newsletter nutzen wir rapidmail. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie zu, dass die eingegebenen Daten an rapidmail übermittelt werden. Beachten Sie bitte auch die AGB und Datenschutzbestimmungen.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung!


Wir haben Ihnen auch schon die erste E-Mail geschickt und bitten Sie, Ihre E-Mail-Adresse über den Aktivierungslink zu bestätigen.

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Home
  • Menschen
    • Interviews
    • Porträts
    • Was macht eigentlich…
  • Themen
    • Editorials
    • Nahaufnahme
    • Schwerpunkt
    • Wissen
  • Kritiken
    • Aufführungen international
    • Album des Monats
    • CDs, DVDs, Bücher
  • Aktuelle Ausgabe
  • News
  • Termine
    • Spielpläne international
    • TV, Radio, Internet, Kino
    • Namen & Termine
    • Sängertipps
    • Premierentipps
  • SHOP | ABO
  • Newsletter
  • Stellenmarkt
  • OPER! AWARDS
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Warenkorb

Copyright © 2026 OPER Medien GmbH & Co. KG. Alle Rechte vorbehalten.

Not enough quota to unlock this post
Unlock left : 0
Are you sure want to cancel subscription?