In Spanien gehen die Menschen dafür auf die Straße, in Amsterdam gibt es schöne Musik: Aus Cherrytown, Schostakowitschs selten zu sehender Polit- und Sozialsatire um Wohnraummangel, hätte man deutlich mehr machen können.
Von Uwe Friedrich
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Merkwürdige Dinge passieren im Neubaugebiet „Cherrytown“. Breakdancer kommen aus der Waschmaschine und verschwinden in der Spüle. Wände erweisen sich als längst nicht so solide wie erhofft, Wohnungsgrundrisse sind nur unverbindliche Vorschläge. Das hatte sich das frischvermählte Paar Masha und Sasha ganz anders vorgestellt, als es endlich aus getrennten Wohnheimen in seine neue Wohnung in der Trabantenstadt zieht. Die Träume der beiden sind allerdings gefährdet, weil der korrupte Wohnungsverwalter sich bereitwillig schmieren lässt, um die Wohnungen, statt an den Berechtigten, an jene zu vergeben, die ihm das meiste Geld geben. So wird Wohnung 48 kurzerhand in Wohnung 50 umbenannt, die bereits eingezogenen Neumieter müssen wieder ausziehen, ihre Wohnung gibt es nicht mehr. Dagegen wehren sich die Geprellten gemeinsam und bilden ein Kollektiv, um den korrupten Verwalter aus dem Weg zu räumen. Der Plan gelingt, und zum Finale blicken alle einer fröhlichen Zukunft in Cherrytown / Tscherjomuschki entgegen.
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