Hochzeit neben der Besetzungscouch
Das Theater an der Wien bugsiert Gounods Roméo et Juliette in das Hollywood der 1990er-Jahre. Größtenteils gelingt das mit Erfolg.
Das Theater an der Wien bugsiert Gounods Roméo et Juliette in das Hollywood der 1990er-Jahre. Größtenteils gelingt das mit Erfolg.
Händels selten gespielte Oper Siroe, Re di Persia erlebt ihre Erstaufführung bei den Händel-Festspielen in Karlsruhe und wird zum Fantasyfilm-Spektakel mit viel guter Musik.
Die Regie gibt zwar nicht viel her in diesem Turiner Ballo in maschera, der aber immerhin schön anzusehen ist. Hauptattraktion ist fraglos die Pult-Kunst des Verdi-Kenners Riccardo Muti.
In Göteborg verweigert sich der Regisseur Alessandro Talevi keineswegs einer kritischen Sicht auf Wagners Fliegenden Holländer, doch entwickelt er sie ganz aus der Warte des Fantastischen – genau das macht diese Produktion so sehenswert. Ebenfalls fantastisch: der Gesang von Solisten und Chor.
Der Gesellschaftstheoretiker und Agitator wird menschlich, allzumenschlich in Jonathan Doves Oper Marx in London!, die nach längerer Anlaufzeit endlich ihre britische Erstaufführung in Glasgow erlebte.
Floris Visser zeigt Mozarts dunklen Idomeneo an der Oper Köln als radikales Drama, ohne das Innen und Außen zu überzeichnen. Szenisch wie musikalisch ein großer Abend.
Die Regie verabschiedete sich ins Dunkel und ward nicht mehr gesehen, und sich selbst überlassen finden auch die Hauptprotagonisten nicht recht zur Stimme. Diese Pique Dame an der Bayerischen Staatsoper war kein Trumpf.
Barrie Kosky, Marlis Petersen und Michael Volle: Kann Lehárs Lustige Witwe mit einer solchen Kombination schiefgehen? Ja, ziemlich. Am Opernhaus Zürich ist nur die Beziehung der beiden Protagonisten interessant, drumherum herrscht erschreckend viel Konvention.
Der wunderbare Fausto von Louise Bertin wird bei seiner deutschen Erstaufführung in Essen von Regisseurin Tatjana Gürbaca allzu realistisch abgepackt.
Roberto Rizzi Brignoli liefert fahl-bezwingende Farben mit dem Nationaltheater-Orchester Mannheim in Mussorgskys Boris Godunow, Lorenzo Fioroni zeigt dazu eine gesichtslose Masse im Hochbunker und einen Herrscher voller Ängste.
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