Ein Hingucker ist das schon und ein wenig auch ein Aufreger fürs Salzburger Festspielpublikum: Ariadne auf Naxos im Weltall. Aber die eigentliche Frage lautet eher: War da was?
Von Franziska Stürz
Dass Oper zur Weltflucht einlädt und dabei in ihrer Scheinwelt doch zugleich so viele reale gesellschaftliche, aber auch archaische Themen durch die Kraft der Musik erzählbar macht, ist nicht nur, aber besonders in Ariadne auf Naxos zu spüren. Die Gedanken des Dramaturgen Till Briegleb im Programmheft dazu sind lesenswert und machen den Regieansatz durchaus plausibel. Das könnte funktionieren, denkt man – und ein Weltraumflug zum Mars während des Vorspiels, das ist doch mal etwas Anderes und passt durchaus zur Musik von Richard Strauss.
Die schwebt fein dahin und tönt dann gerne mal bombastisch, was Manfred Honeck mit den Wiener Philharmonikern auf schönste Altwiener Art auskostet. Deswegen muss man auch erst einmal die Ohren spitzen, wenn Kate Lindsey als Komponist mit knabenhaft reinen und hellen Tönen beginnt, ihr Künstlerinnenleid zu klagen. Ja, hier ist der Komponist ganz Frau – homophil und androgyn im Kurzhaarschnitt und mit schwarz gerahmter Intellektuellenbrille. In der Begegnung mit Zerbinetta liegt für Regisseur Ersan Mondtag der Schlüssel zur Sinneswandlung und Kompromissbereitschaft dieses komponierenden Wesens, sein tragisches Werk mit der Komödie zu verschmelzen, wie es sich der Mäzen wünscht. Natürlich sitzen bei dieser Festspiel-Premiere viele Mäzene im Publikum, und allein ihre Gespräche zu dieser Produktion und dem Sinn von Mäzenatentum zu belauschen, lohnt die Anwesenheit. Es bräuchte dringend wieder einmal eine neue Oper zu diesem Thema!
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