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Tenoraler Gottesbeweis

Zum 100. Geburtstag von Franco Corelli

Von Kai Luehrs-Kaiser
30. Mai 2021
in Porträts, Menschen
Lesedauer: 5 mins read
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Tenoraler Gottesbeweis

Franco Corelli. (Foto: Universal)

Franco Corelli war vielleicht der virilste, sprich: männlichste Tenor aller Zeiten und wird genau dafür bis heute angestaunt. Wir erinnern an den Gesangsgiganten und empfehlen fünf seiner besten Aufnahmen.

Von Kai Luehrs-Kaiser

Franco Corelli, der am 8. April 100 Jahre alt geworden wäre, ist neben Fritz Wunderlich wohl der meistbewunderte Tenor überhaupt – wohlgemerkt vonseiten der Fach-Kollegen. Ein Sänger für Sänger? In gewisser Weise. Für Gesamtaufnahmen wurde er in den 60er-Jahren, seiner großen Zeit, nicht sonderlich oft verpflichtet. Bei Corelli stehen wir vor der paradoxen Tatsache, dass einer der fulminantesten Tenöre des 20. Jahrhunderts noch immer seiner Entdeckung durch das Publikum harrt.

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Ein Testosteronbomber war er gerade nicht. Das Besondere an dem aus Ancona stammenden Sohn eines Werftlogistikers bestand darin, dass er nicht schlicht den tenoralen Draufgänger gab wie Mario del Monaco. Corelli war auch kein echter Belcantist, dazu war die Stimme zu metallisch robust und erotisch brisant. Seine Spezialität war es, mit der Maskulinität der Tenor-Pranke eine gewisse Dünnhäutigkeit, die Andeutung eines heiklen Nervenkostüms zu verbinden. Er litt unter starkem Lampenfieber, sagte oft ab. Die Sängerin Christa Ludwig, die 1960 gemeinsam mit Maria Callas die Norma mit ihm aufnahm, hat die Kombi nachträglich so beschrieben: „Nicht die Callas war die Diva, Corelli war es.“

Dieser Mann war robust und fragil zugleich, genau das machte ihn faszinierend. Man höre „Di quella pira“ aus Verdis Trovatore – eine seiner absoluten Pracht- und Paradepartien; und zwar entweder in der Studioproduktion von 1964 unter Thomas Schippers (mit Gabriella Tucci) oder live zwei Jahre früher in dem grandiosen Salzburger Live-Mitschnitt unter Herbert von Karajan (mit Leontyne Price). Hier wie dort ist er die Idealverkörperung eines Spinto-Tenors, gerade weil er – bei aller Offensivität – den höfischen Interpreten von Liebeslyrik immer noch glaubhaft machen kann. Wenn es einen tenoralen Gottesbeweis bräuchte, hier wäre er.

Die Stärke, mit anderen Worten, konnte Corelli als Überwindung eigener Gefährdung illustrieren. Der Kritiker Klaus Geitel berichtete von einer Vorstellung Corellis an der Deutschen Oper Berlin, in der sich während einer großen Arie Corellis versehentlich der Vorhang senkte. Der Sänger, die Gefahr realisierend, stellte sich mit gespreizten Beinen unter den herabrauschenden Stoff, hielt ihn mit beiden Armen über sich offen, und ließ, so Geitel, seinen Tenor „unbeirrt weitergluten“. Es muss ein Urerlebnis lässiger Kraftentfaltung gewesen sein.

Corelli, über den sich so endlos schwärmen ließe, dürfte auch ein Grund mit dafür sein, dass Birgit Nilsson, mit eigenen Studio-Aufnahmen sonst notorisch unzufrieden, nur eine einzige Ausnahme gelten ließ: die Turandot, die sie 1965 mit Corelli gemacht hatte (unter Leitung von Francesco Molinari-Pradelli). Nilsson, das muss gesagt werden, hatte das Werk immerhin auch mit dem unsterblichen Jussi Björling aufgenommen. Corelli zielte irgendwie höher. Und traf tiefer.

Lizenz zum Frauenschwarm

Schon sein Großvater war Sänger gewesen. 1946, mit Mitte 20, entschloss er sich zur Gesangsausbildung in Pesaro. Doch es fehlten die hohen Töne, so dass er ins Baritonfach zurückwechselte. Er war verunsichert. Erst durch ein Vorsingen bei Beniamino Gigli, der ihm eine große Zukunft voraussagte, ließ er sich vom Gegenteil überzeugen. 1951 debütierte er in Spoleto als Don José. In Rom begegnete er der Sängerin Loretta di Lelia, die ihn coachte, heiratete und für ihn die eigene Karriere aufgab.

Es ist erstaunlich, wie Corelli verschiedene Eigenschaften seiner Gesangsvorbilder in sich vereinigte. Er war ein veristischer Tenor wie der von ihm bewunderte Caruso. Er kultivierte den exklamativen Stil eines Aureliano Pertile, konnte feinzeichnen wie der Belcantist Giacomo Lauri-Volpi, und notfalls sogar Süße in seine Stimme mischen wie Gigli. Außerdem kannte er seine Grenzen. Aus Otello, der doch eigentlich das Ziel seiner Laufbahn hätte sein können, hat er auf Schallplatten nur kleine Ausschnitte gesungen. So noch 1981, etliche Jahre nach seinem frühen, 55-jährig vollzogenen Bühnenabschied.

Corelli besaß eine Rock-Hudson-artige Attraktivität und Bühnenpräsenz. Aus seiner Lizenz zum Frauenschwarm pflegte er recht ungeniert Kapital zu schlagen. Er war ein Vorzeigebeispiel eines tenore di forza und erfand beinahe den Tenor als Bühnen-Erotikon. Das war seinen dicklichen, steifen oder zu präpotenten Vorgängern noch kaum gelungen. So ist er selbstverständlich auch Ahnherr heutiger Bühnenschönheiten wie Jonas Kaufmann, Vittorio Grigolo oder Stephen Costello. Sie dürfen sich durch den Vergleich wirklich geschmeichelt fühlen.

Die Ausbeute seiner kommerziellen Studio-Aufnahmen ist mit 4 CDs (inkl. Ausschnitte aus Opern-Gesamtaufnahmen) vergleichsweise klein (Warner). Eine Edition der Firma Preiser kam über frühe – und formidable! – Aufnahmen nicht hinaus. 2003 starb der Sänger nach einem Schlaganfall – mehr als ein Vierteljahrhundert nach seinem zeitigen Bühnenrückzug. Er war abgetreten, um dem eigenen Mythos Platz zu machen. Der wuchert seither umso wilder. Gewiss könnte man darüber nachdenken, inwieweit Ideale tenoraler Männlichkeit heute überhaupt noch wohlgelitten sind und weitergepflegt werden. Wo immer dies sängerisch geschieht, kann man ganz sicher sein, dass die Tenöre nachgeforscht haben: Wie hat Corelli es gemacht? – Und zu dem Ergebnis kamen: Er hat es sagenhaft gut gemacht.

Natürlich war der Status dieses Sängers dermaßen singulär, dass Anflüge von Exzentrizität unvermeidlich wurden. Rudolf Bing, legendärer Intendant der Metropolitan Opera, beschwert sich in einer seiner wundervollen Autobiografien darüber, dass bei Corelli in der Garderobe immer ein Hund wartete, mit dem nicht zu spaßen war. Dieses Tier „war so fabelhaft dressiert“, so Bing, dass es „in der Garderobe seines Herrchens saß, darauf lauernd, dass jemand nach dem Gehaltsscheck greifen würde. Dann schnappte er zu.“ (Wie so oft hat auch diese Bing-Anekdote einen finanziellen Aspekt.) Rückblickend räumte Bing ein, dass er die großen und schönen Jahre, für die Corelli stand, sehr vermisse – und dass es das einzig Gute sei, „dass mir jetzt Franco Corellis Hund erspart bleibt“.

 

CD-Tipps

Verdi, Il trovatore

mit Leontyne Price, Giulietta Simionato, Ettore Bastianini, Wiener Philharmoniker (DG/Universal)

Wohl eine der besten Live-Aufnahmen überhaupt – Corelli 1962 in Salzburg. Auch was die anderen Beteiligten angeht: unschlagbar.

Franco Corelli – Vol. 1: Belcanto & Verdi

mit Franco Ferraris, Arturo Basile, Alfredo Simonetto, Umberto Cattin (Preiser/Naxos)

Von Hugenotten, Norma und Favorita bis zu Rigoletto, Forza, Ballo in maschera, Aida und Otello: Der junge Corelli, voll im Saft.

Puccini, Turandot

mit Birgit Nilsson, Renata Scotto, Opera di Roma, Francesco Molinari-Pradelli (Warner)

Die einzige Aufnahme, bei der Nilsson mit sich (und wie die Mikrofone sie eingefangen hatten) zufrieden war. Auch dank Corelli?

Bellini, Norma

mit Maria Callas, Christa Ludwig, Nicola Zaccaria, Teatro alla Scala, Tullio Serafin (Warner)

Christa Ludwig über die gemeinsame Aufnahme: „Nicht die Callas war die Diva, Corelli war es.“ Er braucht sich jedenfalls nicht zu verstecken.

Franco Corelli – The Tenor as Hero

mit Mirella Freni, Antonietta Stella, Mario Sereni u. a. (Warner)

Gesamtausbeute seiner kommerziellen Aufnahmen in Europa: 4 CDs aus den 60er- bis 70er-Jahren, Corellis bester Zeit.

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Tags: Franco CorelliTenor
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