Ein Tenor wie ein Reibeisen, der trotzdem sanft und flexibel klingen konnte! Es war nicht das Einzige, was die Stimme von Jon Vickers so einzigartig machte. Eine Erinnerung zum 100. Geburtstag des kanadischen Ausnahmesängers.
Von Kai Luehrs-Kaiser
Die Sopranistin Renata Scotto erzählt, dass es nicht einfach gewesen sei, mit Jon Vickers zusammenzuarbeiten. „Er war sehr intensiv, zuweilen geradezu aggressiv“, so Scotto. Mitunter „musste ich ihm sagen: ‚Jon, du hast mir tatsächlich wehgetan!‘“ – Das war gewiss keine charakterliche Schwäche oder gar Ausdruck einer brutalen Übergriffigkeit vonseiten des Tenors, sondern Teil des musikalischen Konzepts, der Opern-DNA dieses grandiosen Sängers. „Jon Vickers habe ich sehr gemocht“, versäumt denn auch Renata Scotto nicht vorwegzuschicken. Er ist der erste Partner, auf den sie überhaupt zu sprechen kommt.
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