Die Oper Köln zieht endlich zurück an ihren sanierten Stammplatz. Drei Jahre hätte das Interim dauern sollen, es wurden 14 daraus, in denen die Kosten in schwindelerregende Höhen explodierten. In den lang ersehnten Umzug mischen sich nun Tränen der Freude – und der Wut. Ein Rück- und Ausblick.
Von Markus Schwering
Sogar Tränen werden vergossen angesichts des Umzugs der Kölner Oper an ihren Stammplatz: den 1957 eröffneten Bau des Architekten Wilhelm Riphahn mit den markant abgeschrägten Werkstatttürmen am zentralen Offenbachplatz, der nach Diktatur und Krieg einen demokratischen kulturellen Neubeginn in der teilweise noch zerstörten Innenstadt signalisieren sollte. Die Tränen? Da ist zum Beispiel der Bariton Wolfgang Stefan Schwaiger, Mitglied im Sängerensemble, der sich ihrer nicht erwehren konnte, als die erste Akustikprobe im alt-neuen Haus stattfand: „Das war schon sehr bewegend, diese neue Leichtigkeit des Gelingens zu erleben – all das, wovon man vergessen hatte, dass es überhaupt möglich ist. Ich kann endlich einmal wieder ein richtiges Piano singen – das war im Staatenhaus nicht möglich.“
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