2006 als Wanderausstellung mit Stationen in Hamburg, Berlin, Stuttgart, Darmstadt und Dresden konzipiert, fanden die „Verstummten Stimmen“ eine dauerhafte Heimat auf dem Grünen Hügel der Bayreuther Festspiele. Nun wurde sie ergänzt um eine Homepage, die an die Vertriebenen, Ermordeten und Vergessenen des Nazi-Terrors erinnert. Informativ, lehrreich und immer wieder auch bedrückend ist dieses Gedenken, und in Anbetracht der politischen Entwicklungen auch nötiger denn je.
Von Bernd Zegowitz
Es ist ganz schön laut geworden um die verstummten Stimmen im Bayreuther Sommer 2026. Im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums der Richard-Wagner-Festspiele sollte nach einem Festakt zur Eröffnung der Festspiele am folgenden Tag an jene jüdischen Künstlerinnen und Künstler erinnert werden, deren Wirken auf dem Grünen Hügel durch Judenhass, Verfolgung und Ermordung ein Ende fand. Nachdem die Gedenkveranstaltung „Verstummte Stimmen“ kurzfristig aus Sicherheitsbedenken abgesagt worden war, die Wellen hochschlugen, auch weil die Gründe der Absage nicht recht überzeugten, fand sie am 26. Juli doch statt. Musikalisch wurde sie untermalt durch Kammermusik von Gustav Mahler und Pavel Haas sowie durch Richard Wagners Siegfried-Idyll. Besonders geprägt wurde sie zudem durch die Festrede Michel Friedmans, die unter dem Titel „Über Bayreuth, über Deutschland. Versuch einer Gesellschaftsanalyse“ die historische Verantwortung Bayreuths in den größeren Kontext der deutschen Geschichte und Gegenwart einordnete.
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