Am 22. Juli eröffnen die Bregenzer Festspiele mit der Premiere von Verdis La traviata. Erstaunlicherweise wurde die bisher noch nie auf der spektakulären Seebühne gespielt. Dabei erfülle sie alle Kriterien dafür: die passende Länge nämlich und eine starke Geschichte, sagt die neue Intendantin Lilli Paasikivi. Im Interview spricht sie über das Zugpferd der Festspiele – und was sie sonst noch so in Bregenz vorhat.
Interview: Uwe Friedrich
In diesem Festspielsommer wird Damiano Michieletto auf der Bregenzer Seebühne Verdis La traviata inszenieren. Was haben Sie gedacht, als Sie den Bühnenbildentwurf von Paolo Fantin zum ersten Mal sahen?
Man muss vorausschicken, dass eine Bühnenbildpräsentation heute nicht mehr aus ein paar Skizzen, Entwürfen und einem Pappmodell besteht. Stattdessen gibt es 3D-Präsentationen mit Lichtsimulation und bewegten Videos. So wurde schon der erste virtuelle Blick in diesen zerbrochenen Spiegel sehr beeindruckend. Mir gefiel der Minimalismus dieses Bühnenbilds sofort. Sehr oft wird für La traviata ein luxuriöses Paris des Zweiten Kaiserreichs nachgebaut, das werden wir auf der Seebühne nicht haben. Stattdessen können diese Spiegelscherben bewegt werden oder Projektionsfläche sein. Die Idee dieses „fragilen Moments“, wie Paolo Fantin es beschreibt, wenn der Spiegel zerbricht, ist atemberaubend. Ein Moment, in dem die Zeit stillzustehen scheint.
Sie haben bereits mit Damiano Michieletto und seinem bevorzugten Bühnenbildner Paolo Fantin gearbeitet. Wieso halten Sie die beiden für die Richtigen für diese Oper an diesem Ort?
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