Sechs Stunden Wagner: Wie hält man das aus am Dirigentenpult? Im Interview verrät Christian Thielemann, wie er sich auf mammutöse Vorstellungen vorbereitet, welcher Akt für ihn der anstrengendste ist und warum er im Anschluss am liebsten allein Wurstsalat isst.
Interview: Michael Stallknecht
Was tut Ihnen nach den Meistersingern stärker weh: der Rücken oder die Füße?
Wenn ich es geschafft habe, entspannt und locker zu bleiben, dann tut mir der Körper gar nicht weh.
Was kann einen beim Dirigieren verkrampfen?
Wenn man zu viel geben und zu viel Kraft übertragen will. Man muss Spannung aufbauen, aber selbst nicht angespannt sein. Das ist eine Konzentrationsfrage, da spielt der seelische Zustand mit hinein. Die Wagner’schen Werke können einen seelisch sehr beeindrucken. Ich merke inzwischen, wenn ich mich verspannen könnte, und ermahne mich dann, einen halben Gang runterzuschalten. Das merkt man im Publikum nicht, aber ich muss es für meine Konstitution tun. Vor 15 oder 20 Jahren war ich nach einer Wagner-Oper fix und fertig.
In Bayreuth können Sie immerhin sitzen im verdeckten Graben. Sitzen oder stehen Sie lieber?
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