Als Jugendlicher spielte er Football und Baseball, die Oper fand er damals miefig. Nun gibt Nicholas Brownlee in München sein Debüt als Walküre-Wotan. Im Interview schwärmt der Bassbariton von Ludovic Tézier als Tom Brady der Oper, erklärt, warum Wotan das Härteste ist, was er je gesungen hat – und warum er trotzdem keine Angst vor Überlastung hat.
Interview: Kai Luehrs-Kaiser
In den 1930er-Jahren gab es einen fulminanten Don Giovanni namens John Brownlee. Sind Sie verwandt?
Soweit wir wissen, nicht. Die Schreibweise ist genau gleich. John Brownlee stammte indes aus Australien, soweit ich weiß. Eine Verwandtschaft würde mich jedenfalls sehr freuen.
Sie stammen aus dem amerikanischen Mobile (Alabama). Dort gab es vermutlich keine Opernkompanie, als Sie heranwuchsen?
Oh, doch! Der Dirigent und langjährige Korrepetitor Jerome Shannon kam Mitte der 90er-Jahre, um seine Mutter zu pflegen, in meine Heimatstadt zurück und gründete eine Opernkompanie. Man brachte vier Produktionen pro Jahr heraus, in einem reichlich großen Theater. Shannon zog später zur Pensacola Opera in Florida weiter. Er ließ gern bekannte Sänger große Rollen bei uns ausprobieren. Seine letzte Produktion war Andrea Chénier. Ich habe so alle möglichen Werke kennengelernt und dort auch meinen ersten Angelotti in Tosca gesungen.
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