Länger noch als ihre Titelheldin schlummerte Engelbert Humperdincks Märchenoper Dornröschen im Verborgenen. Ist sie mehr als „mal was anderes“ neben den üblichen Verdächtigen Hänsel und Gretel? Das versucht die Hamburgische Staatsoper in Form einer multimedialen Inszenierung von Anna Bergmann und ihrem Team herauszufinden – musikalisch u.a. unterstützt von Gounod, Tschaikowsky, Wagner – und Legenden des Pop.
Von Stephan Schwarz-Peters
Wie andere Opernkomponisten durch die griechisch-römische Mythologie, komponierte sich Engelbert Humperdinck durch den deutschen Märchenwald. Nur wenigen bekannt ist seine 1902 in Frankfurt uraufgeführte Vertonung des Klassikers Dornröschen: ein knappes, anderthalbstündiges Singspiel mit Dialogen, auf ein Libretto, das schon damals so aus der Zeit gefallen schien wie seine Verfasserinnen, die 1828 geborene Schriftstellerin Elisabeth Ebeling und ihre noch ältere Kollegin Bertha Lehmann-Filhés. Der antiquierten Sprache zum Trotz strotzt das Stück vor originellen Erweiterungen der Handlung, die sich ansonsten hauptsächlich um den 100-jährigen Schlaf der Titelfigur dreht.
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