Wo befindet sich die schönste Oper der Welt?
Dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt und dass es unmöglich ist, eine objektive Aussage darüber zu treffen, welche die schönste Oper der Welt ist, liegt auf der Hand. Allerdings gibt es Opernhäuser, die durch besondere Architektur, prachtvolle Ausstattung, aber auch durch ihre besondere Lage bzw. Einbettung in die Umgebung herausstechen. Einige davon werden in den folgenden Abschnitten vorgestellt.
Sydney
Die Oper in Sydney gilt nicht nur als eines der schönsten, sondern mit ihrer markanten Silhouette auch als eines der bekanntesten Opernhäuser der Welt. Das heutige Wahrzeichen im Hafen der Stadt geht auf den Entwurf des dänischen Architekten Jørn Utzon (1918-2008) zurück. Nach einer 14-jährigen Bauzeit wurde es 1973 eröffnet. Das Sydney Opera House wurde 2005 in die Australian National Heritage List und 2007 in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen. Das Gebäude ist 184 Meter lang, 118 Meter breit und bedeckt eine Fläche von etwa 1,8 Hektar. Sein unverwechselbares Dach ragt 67 Meter hoch auf und ist mit 1,1 Mio. glasierten, weißen, glänzenden Keramikfliesen verkleidet, die aus Schweden importiert wurden.
Paris
Ein weiterer Anwärter auf den Titel „schönste Oper der Welt“ befindet sich in Paris. Die Opéra Garnier, auch Palais Garnier genannt, ist eines der beiden Opernhäuser der französischen Hauptstadt, die der staatlichen Institution Opéra national de Paris zugehörig ist. Sie wurde 1875 am rechten Seineufer im 9. Arrondissement eröffnet und trägt den Namen ihres Architekten Charles Garnier. Der Baumeister wollte mit der Oper einen eigenen „Style Napoléon III.“ schaffen und dem Umstand besondere Rechnung tragen, dass im 19. Jahrhundert der Besuch der Oper vor allem ein gesellschaftliches Ereignis darstellte. Es ging in erster Linie darum, zu sehen und gesehen zu werden. Diesen Bedürfnissen entsprechend schuf der Architekt mit einer spektakulären Marmortreppe, dem Grand Foyer, dem runden Salon du Glacier und dem in roten und goldenen Farbtönen dekorierten gewaltigen Zuschauerraum eine angemessene „Bühne“ für das „Schaulaufen“ des Publikums. Ein besonders sehenswertes Highlight ist die Gestaltung des großen Deckengemäldes im Zuschauerraum von Marc Chagall.
Wien
Die Wiener Staatsoper wird nicht nur häufig als schönste Oper der Welt bezeichnet, sie gilt auch unumstritten als eines der besten internationalen Häuser. Der Bau des monumentalen Gebäudes wurde 1861 nach Plänen der Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll im Stil der Neorenaissance begonnen und dauerte insgesamt acht Jahre. Obwohl sie heute von vielen als eines der großen architektonischen Highlights der Stadt Wien geschätzt wird, stand die Stadtbevölkerung der im Stil der Neorenaissance errichteten Staatsoper zunächst skeptisch gegenüber.
Dresden
Im Altstadtkern von Dresden gelegen, gehört das nach ihrem Architekten Gottfried Semper benannte Opernhaus fraglos nicht nur zu den schönsten Opern der Welt, sondern auch zu den markantesten. Neben der ästhetisch ansprechenden, an historischen Vorbildern orientierten Architektur überzeugt der 1878 eingeweihte Bau besonders auch durch die Zweckmäßigkeit seiner Anlage. Sein städtebaulich so wirkungsvoller Baukörper wird über dem Hauptportal von einer bronzenen Panther-Quadriga mit Dionysos und Ariadne von Johannes Schilling bekrönt. Die Westfassade der Hinterbühne zieren das sächsische Wappen, die Figuren „Liebe“ und „Gerechtigkeit“ sowie eine Büste Gottfried Sempers. Neben dem Eingang stehen als Statuen Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, in den Seitennischen der Fassade William Shakespeare, Sophokles, Molière und Euripides. Das Innere folgt einem logischen räumlichen Aufbau, der in Grundform und Anordnung der Räume geradezu als Prototyp für Theaterbauten gelten kann. Er gewährleistet eine sichere, übersichtliche und auch eindrucksvolle Führung der Besucher zum Zuschauerraum und ist ebenso gut als architektonischer Rahmen für die gesellige Begegnung in den Theaterpausen geeignet. Vor allem aber bietet die Gestaltung des Zuschauerraumes dem Theaterspiel und der Oper beste akustische Bedingungen.
Manaus
Nicht wenige Architekturliebhaber verorten die schönste Oper der Welt nicht an einem der klassischen Opern-Zentren in Europa oder den USA, sondern mitten im Amazonas-Regenwald von Brasilien. Der Bau wurde durch die Einnahmen des Kautschukbooms Ende des 19. Jahrhunderts finanziert und am 31. Dezember 1896 eingeweiht. Für den Bau wurden Architekten, Baumeister, Maler und Künstler aus ganz Europa engagiert. Der in Paris lebende Brasilianer Crispim do Amaral aus Pernambuco gestaltete das Innere des Theaters, während sich der Italiener Enrico Mazolani um die Außerfassade kümmerte. Ein Großteil der Baumaterialien wurde aus Europa importiert. So wurden beispielsweise die Kacheln der Kuppel aus Deutschland, die Pflastersteine vor dem Theater aus Portugal, Marmor aus Carrara, Leuchter aus Murano, Stahl aus Glasgow und Gusseisen aus Paris eingeführt. Nur die Edelhölzer stammten aus den umliegenden Wäldern. Die Pflastersteine rund um das Gebäude wurden eigens aus einem Sand-Kautschuk-Gemisch angefertigt, um die Vorführungen nicht durch die vorbeifahrenden Pferdefuhrwerke zu stören. Aufgrund des Kurssturzes von Kautschuk erlebte das Opernhaus bereits 1907 seine vorläufig letzte Aufführung. 1929 und 1975 wurden teils misslungene Renovierungsarbeiten durchgeführt. Erst Ende der 1980er-Jahre konnte das Opernhaus komplett und erfolgreich restauriert werden. Besondere Herausforderungen waren dabei das feuchte Klima mit über 165 Regentagen im Jahr und die Bedrohung durch Termiten.
Mailand
Nicht nur durch seine harmonische Außenfassade, sondern auch durch die prachtvolle klassizistische Innenausstattung gehört das Mailänder Opernhaus Teatro alla Scala zu den Favoriten um den Titel „schönste Oper der Welt“. Die Scala ist der Nachfolgebau des 1776 abgebrannten Teatro Regio Ducale. Kaiserin Maria Theresia ließ in der Hauptstadt der damals zu Österreich gehörenden Lombardei für den Neubau die Kirche Santa Maria alla Scala abreißen und durch den Architekten Giuseppe Piermarini das eher schlicht wirkende neue Opernhaus in nur 23 Monaten errichten. Den Eingang bildet eine Vorhalle mit Portikus. Über der Fensterreihe befindet sich ein Giebelfeld mit dem Sonnenwagen des Apoll. Das neue Haus wurde am 3. August 1778 eröffnet.
Quelle: Wikipedia









