In Düsseldorf inszeniert Daniel Kramer Wagners Meistersinger und scheint Nietzsche zu wörtlich genommen zu haben. Szenisch ist der Abend verunglückt, musikalisch dagegen ein Fest.
Von Guido Krawinkel
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Die gute Nachricht vorweg: Musikalisch lässt die aktuelle Meistersinger-Inszenierung an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf kaum Wünsche offen. Weniger erfreulich sind die baulichen Umstände, unter denen sie auf die Bühne kam. Wegen statischer Probleme im vorderen Bereich des Bühnenturms musste die Premiere verschoben werden. Das grundlegend sanierungsbedürftige Haus wurde notdürftig repariert und wird dies in den nächsten Jahren wohl noch häufiger, denn der geplante und dringend notwendige Neubau wurde von Düsseldorfs Oberbürgermeister kurzerhand wieder gestrichen. Der Premierenfreude tat das keinen Abbruch. Auch den Sturm der Entrüstung, den Daniel Kramers Inszenierung entfachte, überstand das in der Nachkriegszeit zusammengeschusterte Haus unbeschadet.
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