Am Ende ein bisschen banal, aber zwischendrin entfaltet sich ein echtes Psychodrama: Roman Hovenbitzer inszeniert in Krefeld Verdis Otello und macht daraus eine spannende Dreiecksgeschichte.
Von Guido Krawinkel
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So ist das mit der Liebe: Ihretwegen tut man seltsame Dinge, zuweilen führt sie zu echten Dramen und oft genug sind am Ende die Protagonisten tot – zumindest in der Oper. So jedenfalls hatten es auch Giuseppe Verdi und sein Librettist Arrigo Boito geplant, als sie – frei nach Shakespeare – die Oper Otello schrieben. Regisseure aber ändern gerne einmal etwas, auch wenn es, wie im Falle dieses Stücks, sehr explizite szenische Anweisungen des Komponisten gibt. In Krefeld lässt Roman Hovenbitzer seinen Titelhelden am Leben. Er ersticht sich nicht, sondern legt sich einfach hin, so dass der Abend mit dem gleichen Bild endet, mit dem er angefangen hat: Ein merklich angeschlagener Otello schläft, während ein nervtötendes Ticken die gespannte Stille zerreißt. Die Ursache dieses Tickens lässt sich erst im Schlussbild erkennen: Es ist Otellos Rivale Jago, der das Geschehen durch seine Intrigen immer weiter in die Katastrophe und Otello in die Eifersucht und den Wahnsinn getrieben hat.
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