Gänsehaut, feuchte Augen, ein warmes Gefühl in der Brust: Kama Muta heißt eine soziale Emotion, die die Psychologie erst vor wenigen Jahren entdeckt hat. Kaum ein Ort eignet sich besser für dieses gemeinsame Ergriffensein als die Oper.
Von Matthias Kreienbrink
Womöglich wird die Oper auch deshalb wieder zu einem ganz besonderen Ort, weil wir hier, wie kaum sonst noch in unserem Leben, das Smartphone in unseren Taschen lassen. Zumindest die meisten von uns. Früher war es wohl eher ihr Prestige; die besonders schicke Kleidung, die Häppchen und der Champagner in den Pausen oder das Sakrale ihrer Gebäude, die die Oper zu so einem Anders-Ort gemacht haben, fernab von der Tristesse des Alltags. Heute aber ist es auch diese angenehme Dunkelheit, die nicht ständig von leuchtenden Displays durchschnitten wird. Ein Ort, der es uns ermöglicht, wirklich ergriffen zu sein – gemeinsam mit den Menschen, die auch hier im Dunkeln sitzen.
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