Oktober 2022
Wer um die aktuelle Entwicklung des Konsumklimaindex weiß, der kennt auch die Kurve der Vorstellungsauslastungen. An der Berliner Staatsoper beispielsweise sind selbst für den neuen Ring noch bequem Tickets zu bekommen.
Wer um die aktuelle Entwicklung des Konsumklimaindex weiß, der kennt auch die Kurve der Vorstellungsauslastungen. An der Berliner Staatsoper beispielsweise sind selbst für den neuen Ring noch bequem Tickets zu bekommen.
Hinter uns liegt der erste weitgehend normale Festspielsommer seit zwei Jahren. Ob uns die Normalität erhalten bleibt, muss sich aber angesichts neuer möglicher Corona-Maßnahmen und der aktuellen Energiekrise noch zeigen.
Auch 20 Jahre nach Gründung der Berliner Opernstiftung krankt die Musiktheaterlandschaft der Hauptstadt noch immer am fehlenden Masterplan, der alle drei Häuser zusammendenken würde.
Wie grün ist, wie grün kann der Opernbetrieb sein? In Zeiten der Klimakrise ist Nachhaltigkeit ein Thema, das immer mehr an Bedeutung gewinnt und das wir deshalb zum Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe gemacht haben.
Fragen nach Krieg und Politik spielen für manche Opernstars offenbar keine Rolle. Anders agiert dagegen Anita Rachvelishvili, unsere aktuelle Coverkünstlerin. Von Anfang an hat sie ganz klar Position für die Ukraine bezogen.
Mit dem Überfall auf die Ukraine hat sich auch in der Klassikwelt alles gewandelt. Woher man kommt und wer man ist, spielte bislang keine Rolle, doch nun sind politische Positionierungen zum Ticket geworden, um weiterhin auf dem internationalen Klassikkarussell mitfahren zu dürfen.
Er war ein Gigant, so etwas wie der Urvater dessen, was man heute in Deutschland mit dem Begriff „Regietheater“ und außerhalb davon als „Eurotrash“ bezeichnet. „Trashig“ waren die Inszenierungen von Hans Neuenfels allerdings nie.
Der Einkauf prominenter Namen allein ist noch kein Garant für große Oper. Der Aufbau einer Langzeit-Zwangsgemeinschaft aus festangestellten Ensemble-Mitgliedern, allerdings auch nicht. Der viel beschworene Ensemblegeist lässt sich nicht erzwingen.
Mit Talent und Bühneninstinkt ist Anna Netrebko überreich beschenkt, doch ein Selbstläufer ist eine Scala-Inaugurazione nicht. Man darf gespannt sein, wohin die Reise der 50-Jährigen geht. Die Buhs des Abends haben der bislang Unangefochtenen jedenfalls erste Kratzer zugefügt.
Alltagsrassismus auf der Grundlage verfestigter Vorurteile: Im Juni beklagte die südafrikanische Sopranistin Pretty Yende ein solches Erlebnis am Flughafen Paris. Die rote Linie ist schwer auszumachen, wo Vorsätzlichkeit anfängt.
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