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Home Kritiken Aufführungen international

Engel oder Teufel?

"Il Teorema di Pasolini", Deutsche Oper Berlin

Von Andreas Berger
4. Juli 2023
in Aufführungen international, Kritiken
Lesedauer: 4 mins read
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"Il Teorema di Pasolini", Deutsche Oper Berlin

"Il Teorema di Pasolini", Deutsche Oper Berlin. (Foto: Eike Walkenhorst)

An der Deutschen Oper Berlin gelingt bei der Uraufführung von Giorgio Battistellis Il Teorema di Pasolini eine packende Versuchsanordnung.

Von Andreas Berger

 

Auf den ersten Blick wirkt die Versuchsanordnung für Il Teorema di Pasolini in der Deutschen Oper Berlin ziemlich kühl: Stumme Schauspieler agieren als Mutter, Vater, Tochter, Sohn und Haushälterin in puppenstubenartigen Zimmern, während im Bühnenrahmen Wissenschaftler in weißen Schutzanzügen ihre Theorie über das menschliche Verhalten beobachten, messen, auch singend kommentieren. Ihr Ton ist dabei anfangs prosodisch-linear wie in der Liturgie, doch das wird sich ändern.

Nina Wetzels Ausstattung und die realistische Inszenierung des Kollektivs Dead Centre von Ben Kidd und Bush Moukarzel setzen auf Klarheit. Man sitzt gemeinsam am Familientisch zum Abendessen, die Haushälterin serviert. Danach ist jeder und jede für sich allein, die gesellschaftliche Konvention verlangt weiter nichts, als dass nach außen hin alles funktioniert; wie’s drinnen aussieht, geht niemanden etwas an. Dieser Konvention rückt Pier Paolo Pasolini in seinem Roman und gleichnamigen Film Teorema zu Leibe. Woraus der Komponist Giorgio Battistelli nun Il Teorema di Pasolini ableitet: die Theorie nämlich, dass das konventionelle bürgerliche Gefüge schnell aus dem Gleichgewicht zu bringen ist – durch die Hinzufügung eines erotischen Katalysators in Gestalt eines attraktiven systemfremden „Gastes“.

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Tags: Daniel CohenDead CentreDeutsche Oper BerlinGiorgio BattistelliIl Teorema di PasoliniNikolay Borchev
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