Die Staatsoper Hannover bringt Pascal Dusapins Operatorium Il viaggio, Dante zur deutschen Erstaufführung. Hier erlebt man Abstraktion statt Leidenschaft, und Himmel wie Hölle klingen dabei gleich unangenehm.
Von Andreas Berger
Dante im Auto, der Waldweg wird immer holpriger, zwischen den Bäumen erscheint eine Frau im roten Kleid, Beatrice, die schon Verstorbene, die womöglich durch seine Schuld Verstorbene, kurz sieht man sie auf dem Beifahrersitz sitzen, der Tod fährt mit. Dante verunglückt.
Claus Guths Inszenierung von Pascal Dusapins Oper Il viaggio, Dante startet mit einem spannenden Video, das an Cocteaus Orphée erinnert, Vergegenwärtigung des Mystischen im Alltag. Dante hat verletzt überlebt, schleppt sich nun live in seinen Dichtersalon, den Etienne Pluss für die deutsche Erstaufführung auf die Bühne der Staatsoper Hannover gestellt hat, als Wiederaufnahme des Settings der Uraufführung 2022 beim Festival d’Aix-en-Provence. Im Fiebertraum erscheinen Dante die Figuren aus der Divina Commedia, die ihn hineinziehen in jene Wanderung durch die Höllenkreise und über den Läuterungsberg bis ins Paradies, wie der Dichter sie beschrieben hat.
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