Auch so geht Die Zauberflöte: Ganz ohne Regietheateranwandlungen leitet und inszeniert Iván Fischer Mozarts Freimaureroper nach altem Schlag – und zwar an einem der schönsten und historisch bedeutsamsten Theaterorten überhaupt.
Von Manuel Brug
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Als Weisheitstempel, sogar mit Toren der Freimaurerzahl Drei, das ist doch ideal für die Zauberflöte, denkt man, wenn man der von Vincenzo Scamozzi entworfenen Proszeniumswand der ältesten nachantiken Bühne gegenübersteht. Wir befinden uns im Teatro Olimpico, das 1580 von Antonio Palladio begonnen und 1585 eröffnet wurde. Doch besagte Proszeniumswand ist, wie so vieles im Architektur-Mekka Vicenza, Weltkulturerbe und darf dahinter nicht betreten werden, weil hier seit gut 450 Jahren Scamozzis raffiniert perspektivisch sich verjüngende Holzstadtkulissen für das Theben im Oedipus Rex von Sophokles stehen. Lediglich in Joseph Loseys Don Giovanni-Verfilmung aus den 1970er-Jahren wurden sie von Edda Moser, Kiri Te Kanawa und José van Dam durchschritten.
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