Im neuen Simon Boccanegra in Mannheim wird äußerst solide gesungen, die Musik ist voller Farben. Doch wo die Regie hinwill, bleibt ihr Geheimnis: Geht es um Politik und Macht, Väter und Töchter, Privates oder Öffentliches?
Von Bernd Zegowitz
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Ein Messerstich ins Herz, beigebracht von eigener oder fremder Hand, ist bei Verdi eine vergleichsweise humane Art, ums Leben gebracht zu werden. Das ist aber nicht jedem vergönnt. Manche Opernhelden werden vom Blitzschlag getroffen, fallen im Zweikampf, werden im Krieg tödlich verwundet, durch das Beil enthauptet, lebendig begraben oder vom Gatten erwürgt. Der Genueser Doge Simon Boccanegra wird von einem engen Vertrauten vergiftet, dem er seine Tochter nicht zur Frau geben wollte, und siecht qualvoll dahin. Der gewaltsame Tod verbindet sich meist mit der Gewalt, unter der das Leben steht. Denn auch die gesellschaftliche Umgebung ist bei Verdi immer wenig anziehend. Private Lebensentwürfe scheitern an bestehenden Verhältnissen, Liebe bildet meist den Widerpart der vorgegebenen Machtstrukturen.
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