Wenn von Aida als großem Spektakel die Rede ist, hat der Elefant seinen Auftritt. Das Werk selbst aber ist eher ein Porzellanladen. Ben Baur, der im Theater St. Gallen ägyptenfern inszeniert, versucht die sensiblen Seiten auszuspielen.
Von Herbert Büttiker
![]()
Ursprünglich einmal für die sommerliche Open-Air-Bühne auf dem Klosterhof geplant, konnte Aida wegen des seither eingeführten Zweijahres-Rhythmus nicht dort gespielt werden. Die Flumserberge als Alternative für die Festspiel-Oper hatten sich 2024 wetterbedingt nicht bewährt, und so hat Ben Bauer das Ägypten-Drama nun indoor inszeniert und sich damit zugleich für den größten Kontrast zur Bühne unter freiem Himmel entschieden. Statt wechselnder Bilder – gemäß Libretto Palasträume, Tempel, exotische Landschaft und Gruft – gibt es ein Einheitsbühnenbild, statt der Weite die Geschlossenheit eines düsteren Raums, statt imperialer Pracht ein obskures, zombiehaftes Königshaus, in dem weder Etikette noch Garderobe (Kostüme: Uta Meenen) beachtet werden. Mit Totenschädel und Skelett werden die Rituale bestritten, bekannte Requisiten des Regietheaters wie der Putzeimer und die klobigen Stühle, die auch mal umgeworfen werden, akzentuieren die Szenerie.
Jetzt weiterlesen!
Dies ist Premiummaterial. Testen Sie unsere Angebote, um den gesamten Artikel zu lesen.
Abonnieren
Das aktuelle gedruckte Heft jetzt bestellen oder komplett online lesen!Jetzt mit wenigen Klicks zum OPER!-Inhalt:
Ausprobieren
Zwei ausgewählte Artikel kostenlos lesen? Dann registrieren Sie sich hier!Kostenlos lesbar:








