Das Ende kommt dem nach Quickie auf der Toilette: Oliver Mears bürstet Manon Lescaut am Théâtre des Champs-Elysées deutlich gegen den Strich. Anders gefragt: Traut er nicht dem Libretto und der Musik?
Von Hugh Canning
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Oliver Mears’ Neuinszenierung von Puccinis Manon Lescaut für das Pariser Théâtre des Champs-Elysées dreht sich ganz um Haare und Kopfbedeckungen. Meist um die von Manon: In kurzen stummen Spielen vor den vier Akten wird der Titelheldin auf Anordnung ihres Vaters das Haar geschoren, um sie auf das Leben im Kloster vorzubereiten (in das sie nie gelangt); ein Akt der Demütigung, den später die Gefängnisbehörden in Le Havre vor Manons Deportation wiederholen; bei der Ankunft in Louisiana dagegen zwingt ihr ein Cowboy eine Perücke auf, nicht, um damit in der Wüste zu sterben, sondern um sie als Stripperin in einer zwielichtigen Bar anzupreisen. Diese Manon verdurstet dementsprechend auch nicht allein und verlassen in einer Einöde bei New Orleans, sondern umringt von zahlenden männlichen Voyeuren. Der Cowboy schleppt sie gar für einen Quickie auf die Herrentoilette, während Des Grieux in einer Klokabine eingesperrt wird (Puccini und seine Librettisten schickten ihn auf die Suche nach Wasser).
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