Die See dräut, das Verhängnis des Flottenkapitäns Otello beschwört die neue Lütticher Inszenierung sobald sich der Vorhang hebt. Rollendebütant Luciano Ganci schlägt sich dabei wacker.
Von Hugh Canning
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Der Name des italienischen Tenors Francesco Tamagno ist untrennbar mit der Titelpartie von Verdis Otello verbunden, die er bei der Uraufführung am 5. Februar 1887 an der Mailänder Scala kreierte. Mit seinen Aufnahmen aus dem frühen 20. Jahrhundert – entstanden nach seinem Bühnenabschied und einer langen und fordernden Karriere – hinterließ er in der Rolle bleibende Spuren, mit der Stimme eines echten tenore di forza. Unter späteren Generationen seiner Landsleute fand er nur wenige Nachfolger: Giovanni Martinelli in den 1920er- und 1930er-Jahren, Mario del Monaco in den 50er- und 60er-Jahren. Später sang Luciano Pavarotti die Partie einmal konzertant (wovon ein Live-Mitschnitt existiert), und auch Carlo Bergonzi versuchte das Gleiche am Ende seiner großen Karriere, kam jedoch nicht über die Generalprobe hinaus. Franco Corelli – der italienische Tenor, dem Otello von der Stimme wie vom Temperament her wohl am besten gepasst hätte, sang lediglich einmal das Liebesduett aus dem ersten Akt, die lyrischste Stelle der Rolle – und das im Rahmen eines Gala-Konzertes der Metropolitan Opera zu Rudolf Bings Abschied als Direktor des Hauses. Eine Bühnenaufführung wagte er nie.
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