Mit Rienzi, der letzte der Tribunen wagt Bayreuth eine historische Premiere: Erstmals und offiziell nur in diesem Jahr gibt es Wagners Frühwerk im Festspielhaus zu hören. Musikalisch offenbart der Abend verblüffende Qualitäten, szenisch bleibt er verschwurbelt. Die Diskussion um die Aufnahme des Werks in den Bayreuth-Kanon ist eröffnet.
Von Eleonore Büning
Richard Wagners revolutionäre Musiksprache ist, auch wenn sie keine Arien mehr kennt und die Leitmotive letztlich alle irgendwie miteinander verwandt sind, reich an Melodien mit Wiedererkennungswert. Probieren Sie es aus! Meist reicht es, drei Töne zu pfeifen, schon hat ihr Gegenüber den Ohrwurm identifiziert.
Auch die drei nur noch selten servierten Frühwerke Wagners enthalten etliche nachsingbar „schöne Stellen“. Das gilt für Die Feen von 1833 ebenso wie für Das Liebesverbot von 1836, vor allem aber für Rienzi, der letzte der Tribunen, eine zünftige Grande opéra auf den Spuren von Giacomo Meyerbeer. Für den wüsten historischen Stoff über einen Volksaufstand und die schillernde Figur eines Freiheitskämpfers hatte sich zeitgleich schon der junge Friedrich Engels interessiert, der seinerseits ein Libretto dazu schrieb. Uraufgeführt in Dresden 1842, durfte Wagners vormärzlicher Rienzi aber erst jetzt seine Erstaufführung im Bayreuther Festspielhaus erleben. Warum so spät? Weil der Meister das Stück später aussortiert hatte aus dem heiligen Kanon der zehn Hauptwerke. Und warum das?
Jetzt weiterlesen!
Dies ist Premiummaterial. Testen Sie unsere Angebote, um den gesamten Artikel zu lesen.
Abonnieren
Das aktuelle gedruckte Heft jetzt bestellen oder komplett online lesen!Jetzt mit wenigen Klicks zum OPER!-Inhalt:
Ausprobieren
Zwei ausgewählte Artikel kostenlos lesen? Dann registrieren Sie sich hier!Kostenlos lesbar:







