Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Sommer 150 Jahre alt. Am 13. August 1876 (und nicht wie heute traditionell am 25. Juli) öffneten sie zum ersten Mal ihre Türen. Auf dem Programm: Das Rheingold. Ein Abend mit Hindernissen.
Von Stephan Schwarz-Peters
Das Festspielhaus im Sonnenglanz: noch heute für alle Bayreuth-Pilger ein ebenso ehrfurcht- wie furchtgebietender Anblick. Denn Sonnenschein bedeutet sengende Hitze im Inneren des berühmten, schon weithin sichtbaren Theatergebäudes, das der Leipziger Architekt Otto Brückwald im einfachen Backsteinstil entworfen hat. Erstmals in den Genuss, den Bayreuther Festspielbetrieb im Schweiße ihres Angesichts kennenzulernen, kommt die illustre Gästeschar, die sich am Abend des 13. August 1876 im Auditorium versammelt. Sonnenbrand- und staubbedeckte Gesichter bieten einen allgegenwärtigen Anblick, denn um den noch gänzlich wald-, sprich: schattenfreien Grünen Hügel zu erklimmen, hat man sich im wahrsten Sinne des Wortes durch Kraut und Rüben schlagen müssen.
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