Tosca steht eigentlich immer irgendwo auf dem Programm. Wenn man sie auch selten so zu erleben bekommt, wie in Rafael R. Villalobos‘ provokanter Inszenierung in Brüssel.
Von Hugh Canning
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Puccinis Tosca wird in so vielen traditionellen, „naturalistischen“ Produktionen gespielt, dass auch für gewagtere, ja kontroverse Deutungen durchaus Raum bestehen sollte. Das gilt noch mehr für ein Stagione-Haus wie dem Brüsseler La Monnaie / De Munt, wo festivalähnliche Einmalserien für ein urbanes Publikum aufs Programm gesetzt werden, das angesichts von Nacktheit, Homoerotik und Gewalt kaum mit der Wimper zuckt – eben jenen Elementen, die das Paar Aleksandra Kurzak und Roberto Alagna vor ein paar Jahren dazu veranlassten, aus der Inszenierung auszusteigen, als die Koproduktion 2023 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona herauskam (mit vorangegangener Brüssel-Premiere 2021 und anschließend, noch vor Barcelona, an der Opéra de Montpellier, ohne Proteste).
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