In der längsten Saison ihrer Geschichte lässt die Arena di Verona es in Nabucco krachen und La traviata im Moulin Rouge tanzen. Aber bleibt bei all dem Größenrausch die Musik noch das eigentliche Ereignis?
Von Susanne Benda
Der Schweiß ist heiß. Rund 10.000 Menschen haben sich im riesigen Amphitheater versammelt, die Steine haben die Sonne des Tages gespeichert, das Wedeln der Fächer auf den Stufen und in den dicht besetzten Reihen sieht aus wie ein Schwarm von Schmetterlingen. In der Arena von Verona hat die 103. Auflage des weltweit größten Opernspektakels begonnen, in der Stadt drängeln sich die Touristen auf schmucken Plätzen, in alten Kirchen und Palazzi. Die Bars, Restaurants und Hotels sind voll, und da die Vorstellungen erst bei Einbruch der Dunkelheit beginnen, gilt die Devise „Nessùn dorma“ nicht nur für Puccinis Turandot. Schließlich muss nach der Oper auch noch gegessen werden, zumal man dieses Jahr in Verona die im Dezember erfolgte UNESCO-Auszeichnung der italienischen Küche als immaterielles Weltkulturerbe feiert.
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