An der Staatsoper Stuttgart endet Puccinis Turandot mit Wagner-Klängen. Valerio Galli am Pult sorgt für starke musikalische Kontraste, die Inszenierung stammt von Anna-Sophie Mahler.
Von Susanne Benda
Im Moos ist viel los, zumindest am Ende. Da wuselt und wächst es aus den beiden Höhlen heraus, die einander auf der abgesenkten Bühnenmitte gegenüberliegen, und langsam, ganz langsam schiebt sich das rechte Grün nach links und das linke nach rechts. Ganz erreichen die beiden Moosbüschel einander nicht, bevor der letzte Ton der Orchesterfassung von „Isoldes Liebestod“ verklungen ist, und das Licht über der Bühne erlischt, aber das ist auch nicht das Ziel dieses letzten Bildes. Die Staatsoper Stuttgart präsentiert Giacomo Puccinis unvollendete Turandot nämlich nicht in der komplettierten Version seines Schülers Franco Alfano, bei der sich am Ende zwei Menschen in heißer Liebe herzen und küssen. Stattdessen setzt sie ein Frage- an die Stelle des Ausrufezeichens. Wenn es ein Happy-end gibt, dann jedenfalls nicht jetzt. So tritt ein Möglichkeitsraum an die Stelle der plumpen Versöhnung. Das ist interessant. Und es ist verdienstvoll, dass man hier einmal wieder über den Schluss des Operntorsos nachgedacht hat.
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