Am 1. November bringt das Opernhaus Zürich die drei vollendeten (Kurz-)Opern von Sergej Rachmaninow an einem Abend heraus. Am Pult: der Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda, der als Italiener in St. Petersburg eine ganz besondere Beziehung zum russischen Repertoire aufgebaut hat.
Interview: Manuel Brug
Erinnern Sie sich an die erste russische Oper, die Sie je gehört haben?
Ich bin ganz ehrlich. Das war vergleichsweise spät, und es muss Boris Godunow am Mariinsky-Theater in St. Petersburg gewesen sein, so etwa um 1998, als ich dort Erster Gastdirigent war. Und ich war nur Zuschauer.
Sie haben vorher noch nie etwas Russisches gehört?
Damit meine ich natürlich Live-Aufführungen, Aufnahmen schon. In Italien wird dieses Repertoire aber nur selten gespielt, wir hören eben am liebsten Italienisches. Später war dann meine zweite Live-Begegnung ausgerechnet etwas so Ausgefallenes wie Der Spieler von Sergej Prokofjew, das aber dann an der Mailänder Scala. Immerhin pflegen wir in Italien das russisch-sinfonische Repertoire, natürlich vor allem Tschaikowsky und Rachmaninow. Und ich habe mich immer schon mit russischer Literatur beschäftigt, weil ich sie einfach schon von Jugend an liebe.
Hätten Sie sich für die russische Oper interessiert, wenn es in Ihrem Leben nicht diese russische Periode am Mariinsky-Theater gegeben hätte?
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