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„Ich bin nicht der Türhüter eines Mausoleums“

Serge Dorny über seinen Antritt und seine Pläne für die Bayerische Staatsoper

Von Eleonore Büning
24. Januar 2024
in Interviews, Menschen
Lesedauer: 6 mins read
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„Ich bin nicht der Türhüter eines Mausoleums“

Neuer Intendant der Bayerischen Staatsoper: Serge Dorny. (Foto: Blandine Soulage)

Serge Dorny, Münchens neuer Staatsopern-Intendant, spricht über Pläne und Hoffnungen, Komponisten, Regisseure und Dirigenten –  sowie über die Wurzeln des Musiktheaters

Interview: Eleonore Büning

 

Die Ära Dorny in München beginnt nicht in München, sondern in Ansbach. Wie originell! Warum ausgerechnet Ansbach, Herr Dorny?

Das Haus heißt doch Bayerische Staatsoper, nicht Münchner Staatsoper. Wir werden in Zukunft auch in andere bayerische Orte ausschwärmen, die kein eigenes Opernhaus haben. Aber wir gehen natürlich auch innerhalb Münchens aus dem Nationaltheater hinaus an andere Orte, die jedem offenstehen.

„Oper für alle“, so haben Sie die Saisoneröffnung genannt. So hießen bisher die Open-Air-Konzerte, einmal im Jahr, gratis, auf dem Marstallplatz, die im Fernsehen übertragen wurden.

[restrict role=“subscriber, customer“ page=“2164″]Es war mir wichtig, dieses Format zu erweitern. Deswegen gab es zur Saisoneröffnung, am zweiten Wochenende im September, eine Art Potpourri-Festival, mit Einaktern wie Gianni Schicchi und Il tabarro, Ballett, Kammermusik, Jazz und einem Festplatz draußen im Brunnenhof der Residenz, alles im und ums Nationaltheater, Eintrittspreise nicht teurer als eine Kinokarte.

Oper ist seit jeher eine der teuersten Kunstformen. Viele Nicht-Besucher sind deshalb der Meinung, Oper sei elitär und nur etwas für die Reichen und Schönen. Die Besucher dagegen, die Opernliebhaber und die Fachleute, vermissen neue, zeitgenössische Stücke. Ist nicht an beiden Vorurteilen etwas dran?

Ja, das stimmt. Aber ich frage Sie: Haben wir nicht selbst dazu beigetragen? Ich arbeite jetzt für ein Repertoiretheater, da werden pro Jahr 40 bis 45 verschiedene Stücke gespielt, von ihnen gehören zirka 35 Stücke zum sogenannten Kernrepertoire. So hat sich das im Lauf der letzten 50 Jahre immer weiter reduziert: auf einen Kanon von bestimmten Werken, die immer wieder gespielt werden, von Verdi, Puccini, Strauss, Wagner und Mozart. Premieren müssen für mich in so einem Kanon wirken wie ein starkes Gewürz. Jede Premiere sollte eine neue Perspektive bieten. Abgesehen davon glaube ich nicht, dass neue Stücke nur für ein paar Fachleute interessant sind. Es gibt Opern aus dem 20. Jahrhundert, die befassen sich mit Themen, die jeden etwas angehen.

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Tags: Bayerische StaatsoperDie NaseDie Teufel von LoudunRichard StraussSerge DornyUraufführungen
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