Tobias Kratzers verdoppeltes „Siegfriedchen“ in München ist durchweg sensationell besetzt. Ein neuer Drachentöter vom Dienst stellt sich vor: Benjamin Bruns. Ein Feuerwerk an Überraschungswitzen wird entzündet. Aber das dicke Ende kommt noch.
Von Eleonore Büning
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Der Münchner Ring des Nibelungen hat mit Siegfried die zweite Halbzeit begonnen. Angeblich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dieser Regiearbeit einen klingenden Namen zu geben. Warum? Damit sich die Nach- und Wagnerwelt später zünftig erinnern kann – so, wie beispielsweise an den „Kletter“-Ring (Kupfer), den „Designer“-Ring (Rosalie), den „Öl“-Ring (Castorf) oder den „Netflix“-Ring (Schwarz), den viele vielleicht schon wieder vergessen haben. Tatsächlich arbeiten sich Tobias Kratzer und sein Team aber nicht an einer Leitidee ab. Dafür gibt es im wirklichen Leben zu viele ungelöste Fragen und in Richard Wagners Tetralogie zu viele Möglichkeiten, Ersteres abzubilden.
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